Heinz Angehrn

Obligatorisches

Schockiertes «tout St.Gall». Ein junger Künstler aus der Rap-Szene, ein Ärztesohn, ist das Opfer des Schusswaffenunfalls von letztem Samstag, bei dem sich nach dem Absolvieren des Obligatorischen und beim Rückmarsch zum Auto ein Schuss eines Kollegen löste.
Des St.Galler CVP-Nationalrats Büchler erste Reaktion – er ist Interessenvertreter der Schützenverbände und Gegner der ersten Stunde beim Thema «Schusswaffe ins Zeughaus» – war unglaublich, unglaublich und erschreckend in ihrer Mischung aus Naivität und bodenloser politischer Frechheit. Was sagte Herr Büchler da locker vom Hocker, nachdem gerade ein junger Mann ums Leben gekommen war? Im Militär werde die Waffendisziplin zu wenig gut eingeübt, es müsse da wieder mehr Drill sein.
Ich fasse es nicht! Die logisch und ethisch korrekten Folgerungen aus der Tragödie (wie auch aus dem Prozess um den Todesschuss in Zürich) sind doch ganz andrer Art. Keine Waffe unnötig ins Auto, in die Wohnung, ins Haus! Ich fasse es wirklich nicht, meine Auswanderungsgelüste aus diesem fürchterlich kleinkarierten Land voller Partikularinteressen von Vereinen, Verbänden und Betrieben steigen an.

1. September 2009 | 08:19
von Heinz Angehrn
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