Nochmals: Ungehorsam?
Weihbischof Krätzl kritisiert «Aufruf zum Ungehorsam»
Ich kenne den Wiener Weihbischof Krätzl persönlich und schätze ihn. Obwohl (Wei)Bischof, leistet er sich eine eigene Meinung. Ich war etwas enttäuscht, als ich las, dass er sich vom Aufruf zum Ungehorsam distanziert. Doch auch viele Progressiven sind der Ansicht, dass man nicht mehr von Gehorsam/Ungehorsam sprechen soll. Letztlich zeigt Krätzl viel Verstädnis für den Aufruf der Pfarrer-Initiative. Hoffentlich kann er einen positiven Einfluss ausüben auf seinen Kardinal-Erzbischof, der in den letzten Wochen immer mehr zum Hardliner wurde und dadurch eine Kirchenspaltung provoziert… Hier die Pressemeldung: Verständnis für die Anliegen der «Pfarrer-Initiative», aber Kritik an deren «Aufruf zum Ungehorsam» hat der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl geäußert. «Nein, zu Ungehorsam darf man nicht aufrufen», sagte Krätzl laut dem Internetportal der Erzdiözese Wien am Sonntag bei einem Wallfahrtsgottesdienst in Mariazell. Richtiger wäre ein «Aufruf zu mehr Eigenverantwortung» gewesen, betonte der langjährige Wiener Weihbischof. «Mehr Kollegialität, Mitbestimmung und gemeinschaftliche Willensbildung», an diese Ziele des Zweiten Vatikanischen Konzils wolle die «Pfarrer-Initiative» mit ihren Anliegen wohl erinnern, so Krätzl.
«In ‘Gehorsam’ steckt das Wort horchen, also hören», erinnerte Krätzl demnach in seiner Predigt. «Zuerst und immer wieder hören: Gilt das nicht als oberstes Prinzip für alle, die Verantwortung tragen, leiten und führen müssen?», so der Bischof unter Verweis auf die sonntäglichen Bibelstellen.
Hören schmälere nicht Autorität, sondern fördere sie, betonte Krätzl. «Wir sollten in der Kirche lernen, besser aufeinander zu hören, auch auf Kritiker. Wer weiß, durch wen allen der Geist Gottes heute spricht?», erinnerte der Weihbischof.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


