Heinz Angehrn

Nicht-Österliches

Zufällig gestern beim Zappen gefunden und für über zweieinhalb Stunden hängengeblieben: bei David Leans Verfilmung von Edward Morgan Forsters Roman «A passage to India» aus dem Jahr 1984. Manchmal gehen/gingen so Monumentalwerke, obwohl sie Oscar-nominiert waren, einfach an einem vorüber, und dann stolpert man(n) – in dem Fall ganze 32 Jahre später – darüber. Sehenswert ist das von den Bildern und der Musik her äusserst opulente Werk auch heute noch, vor allem als Dokument der Zeitgeschichte zum Thema Britisches Empire und Kolonialismus.
Trotz diesem Film (und – noch weitaus schlimmer – auch trotz «The wind that shakes the barley» zum Thema des englischen Terrors in Irland) bekennt sich der Schreiber als unheilbar anglophil. Selbst die Darstellung dieser snobistischen Oberschicht in Indien weckte in mir – mit dem High tea, mit der typischen Salon-Musik, mit der klassischen Reserviertheit, mit der man sich selbst wichtigste Dinge mitteilt – nichts als Sehnsucht nach dem klassischen «britisch way of life».
 

27. März 2016 | 08:01
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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