Nicht mehr «katholisch»?
Im Mittelpunkt Jesus Christus
Zwar hat ein eifriger Besucher und Kommentator meines Blogs auf seinem eigenen Blog behauptet, Walter Kirchschläger sei nicht mehr katholisch; vor allem wegen seiner Einschätzung von Jesus. Wenn wir nun den Schluss seines hier schon öfters häppchenweise wiedergegebenen Wiener Vortrags lesen, darf man mit einem Buchtitel aus vergangenen Jahrzehnten behaupten, Walter K. sei ein «verwegener Christus-Zentriker». Allerdings steht bei ihm nicht die griechische Philosophie, sondern der Befund der Evangelien im Vordergrund. Nun, wenn das nicht mehr «katholisch» ist ….
«Was zwischen den Zeilen mitgeschwungen ist, sei abschliessend ausdrücklich angesprochen: Kirche kann nur leben aus der Konzentration auf Jesus Christus, auf seine Gestalt, sein Vorbild, seine Verkündigung, sein Lebens-, Todes- und erneutes Lebensschicksal. In dieser Person kann sie abrufen, was sie an Orientierung, an Vorbildhaftigkeit, auch an Durchsetzungskraft braucht. An dieser Person kann sie das ihr aufgegebene Profil ablesen, die unverwechselbare Eigenart, auch Andersartigkeit, die sie in ihrem Denken und in ihrer Praxis bestimmen muss. Einige wenige Profilpunkte habe ich benannt; andere wären sicher zu ergänzen. Ich habe mich weitgehend im Grundsätzlichen bewegt.Vermutlich können Sie alle aus Ihrer Lebens- und Kirchenpraxis Beispiele des Versagens und auch Beispiele des Gelingens von Christuskonformität in der Kirche benennen. Auf diese grundsätzliche Ausrichtung kommt es an, will Kirche dieser ihr aufgegebenen Identität treu bleiben. Denn der eingangs zitierte Bibeltext kann auch im Umkehrschluss gelesen werden: Was ist wenn es unter euch nicht so ist, wie es Jesus gegenüber seiner Nachfolgegemeinschaft skizziert hat? Ist dann noch Kirche, Kirche im Sinne und im Namen Jesu Christi?Das ist mehr als eine rhetorische Frage. Es ist für uns als Christinnen und Christen jene Identitätsfrage …»
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