Nicht jede «Christenverfolgung» ...
….ist eine ChristenverfolgungWir müssen uns hüten, jede Meldung über Angriffe auf Christen als «Christenverfolgung» anzusehen. Oft geht es vielmehr um soziale Konflikte. So zum Beispiel kürzlich in Nigeria. Nomaden aus dem Norden überfielen im Süden Viehzüchter. Die Angreifer waren Muslime, die Angegriffenen Christen. Aber eben, es ging um Landkonflikte. Nur zufällig gehören die Konfliktpartner unterschiedlichen Religionen an.Und im zweitneuesten Publik-Forum lese ich einen Beitrag des Jesuiten Franz Magnis Suseno (übrigens Ehrendoktor von Luzern):»Indonesische Christen, die aus einem nichtislamischen Umfeld stammen, tun sich schwer mit dem Islam. Sie werten Schwierigkeiten vor Ort – wenn einmal eine Kirche abgebrannt wird, was selbstverständlich etwas Schlimmes ist – leicht als Anfang einer Christenverfolgung. Ganz anders die javanischen Christen. Die nehmen das lockerer. Denn sie kennen die Muslime, sie teilen mit ihnen den Alltag, sind mit ihnen befreundet. Sie sehen in den Konflikten zwischen Angehörigen verschiedener Religionen keinen Prinzipienstreit.»
Übrigens zum Stichwort verbrannte Kirche. Als ich 1984, zu Pinochos Zeiten, in Chile war, zündeten seine Anhänger einige Kirchen an, in denen progressive Priester wirkten. In einer Zeitung sah ich eine Karikatur: «Ich war in der Kirche. – Um zu beten oder um sie anzuzünden?»
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