Nicht in der Höhe, in der Tiefe finden wir ihn
Psalm 139 wird von Robinson (S.52-70) im Blick auf Paul Tillichs Deutung (man vgl. etwa in: In der Tiefe ist Wahrheit) als exemplarischer Belegtext zum neuen Gottesverständnis interpretiert: Gott ist nicht ausserhalb der Welt, nicht oberhalb von uns, nicht der Weltenfern-Unbekannte, sondern der «in der Tiefe» (unserer eigenen Existenz wie auch in der Tiefe des Seins überhaupt) stets Präsente. Termini wie All-Mächtig, All-Gegenwärtig, All-Wissend sind ihm suspekt. Der scholastische Weg des Gott-Definierens spricht von einer intellektuellen Konstruktion, mehr nicht.Forsch geht Robinson deshab weiter: Längst nicht alle, die sich A-Theisten nennen, sind es wirklich. Da Gott «die Tiefe in allgemein-menschlichen nichtreligiösen Erfahrungen» ist, begegnen ihm viel mehr Menschen als nur die, die sich Gläubige nennen.Gott in der Ekstase, in der Emotionalität menschlicher Beziehung, Gott, der in der Sprache des Johannes «Liebe» ist. Martin Buber kommt mir in den Sinn, wie er Liebe deutet und einfordert. Das Du-Gegenüber als Ahnung Gottes. «Und liesse ich mich nieder am äussersten Meer, auch da wärest Du zugegen.»
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


