Heinz Angehrn

Neokatechumenale und abtretender Bischof

Spannend zu lesen die aktuelle Ausgabe des Publik-Forum (2007/2).Zum einen (S.46-49) das Interview mit dem abtretenden Bischof der Diözese Limburg, Franz Kamphaus, dem Bischof, der nicht im bischöflichen Palais, sondern im Priesterseminar wohnte. «Die Mitra ist immer etwas von den bischöflichen Insignien gewesen, an die ich mich auch in 25 Jahren nicht gewöhnen konnte.» (S.47) Und: «Gewissenskonfilkte lohnen sich … allemal … Es geht nicht darum, ob da was dabei herausspringt für die Kirche oder für einen selbst, sondern es geht darum, dass man sich treu bleibt.» (S.48) Solche Priester/Theologen haben mich während des Studiums geprägt. Und nun treten sie ab, einer nach dem andern. Und ihren Nachfolgern sind Insignien wichtig, Sich-Treu-Bleiben aber kaum. Es wird kalt.Zum anderen, wie als Bestätigung, der Artikel über die Neokatechumenale Bewegung (S.35f) mit Verweis auf eine zum Lesen wohl lohnende Dissertation von Bernhard Sven Anuth (Echter, Würzburg. 2006).»Sie wollen den getauften Katholiken einreden, sie würden nur über einen 12 bis 15 Jahre dauernden Katechismus-Kurs ihr Heil erlangen.» (S.36) Diese Bewegung hat viele Jung-Priester. Was einem so glaubwürdigen Mann wie Kamphaus verwehrt blieb, das erreichen solche Rattenfänger. Es wird noch kälter.Bleibt da Platz für die, denen der persönliche Gewissensentscheid noch wichtig ist, nicht das uniform-ideologische Mitmarschieren?

30. Januar 2007 | 08:20
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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