Nebenamtliche Priester?
Der Hohe Donnerstag gilt traditionell als Tag der Priester. Begründung: Jesus habe im Abendmahlssaal die Apostel zu Priestern geweiht. Inzwischen wuchs der Konsens aufgrund von Bibel und Tradition, dass dies nicht der Fall war. Trotzdem hier etwas zum Thema «Priester»: nämlich der Vorschlag nebenamtlicher Priester.
Bereits 1980 hat sich der österreichische Pastoraltheologe Ferdinand Klostermann dafür ausgesprochen. Er erinnert daran, dass selbst Paulus seinen profanen Beruf als Zeltmacher beibehalten hatte, «um damit seinen und seiner Mitarbeiter Apostolat zu finanzieren». Wer nebenberufliche Priester als «Priester zu billigen Preisen» bezeichne, verspotte auch Paulus.
Eine weitere Erinnerung Klostermanns in seinem Buch «Pastorale Dienste»: «Noch zu der Zeit, da ich Kaplan war, waren gar nicht so wenige Pfarrer in Oberösterreich hauptamtlich Bauern; boshaft redete man gar nicht so unrecht von agricolae cum potestate celebrande. Das waren übrigens weithin sehr volksverbundene und hochangesehene Priester.»
Und weiter im Text: «Man sollte nicht vergessen, dass auch Ehe und Zivilberuf Erfahrungen ermöglichen, die auch für den priesterlichen Amtsträger eine spirituelle und apostolische Bereicherung bedeuten können und dass etwa aus einer gelungenen Ehe unerhörte Kräfte einfliessen können, wie eine misslungene Ehe kein geringes Hindernis für das priesterliche Amt wäre, freilich auch ein misslungener Zölibat, wie genug Beispiele zeigen».
Übrigens: Nicht zuletzt die künftige finanzielle Situation der Kirche (weniger Kirchensteuern) sind ein wichtiges Argument für nebenamtliche Priester.
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