Nachtrag zu Teresa
Der Leseabend zu Teresa von Avila hat uns durch eine seltsame Landschaft von Nähe und Ferne geführt. Bei manchen Texten war sie so persönlich-subjektiv, dass wir uns fast in unserem Jahrhundert wähnten:
«Ich weiss nämlich sehr gut, wie weit meine Kraft und geringe Tugend reichen, wenn Du sie mir nicht immer wieder gibst … Ich weiss nicht, wie wir überhaupt noch leben wollen, da doch alles so unsicher ist …» (aus den ‘moradas del castillo interior’)
und dann war sie wieder meilenweit entfernt, so fest in ihre Zeit eingebunden, etwa hier:
«Ein weiterer Nutzen, der mir kam, ist der Gehorsam gegenüber meinem Beichtvater, auch wenn es stimmt, dass ich den nur unvollkommen leiste.» (aus den ‘cuentas de conciencia’)
Ein spannender und vielschichtiger Mensch, gerade auch in der psychosomatisch-mystischen Zweideutigkeit.
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