Walter Ludin

Mündige ...

«Glaubenssubjekte»Wieder mal ein Abschnitt aus Paul Hoffmanns «Jesus von Nazareth und die Kirche»:
«… Ein solches Angebot wird jedoch nur dann Resonanz finden, wenn in den Kirchen selbst die Freiheit und Würde eines jeden Menschen absoluten Vorrang haben und in jeder Hinsicht gewahrt werden. Dies verlangt die Abkehr von einem Kirchenregiment und einer Gemeinde¬praxis, die von der Unterscheidung von Herrschenden und Beherrsch¬ten, Hirt und Herde, Hütern und Behüteten ausgehen. Vielmehr sind alle mit ihrer persönlichen Glaubensgeschichte und ihrer individuellen Weise der Realisation der Nachfolge Jesu als «Glaubenssubjekte» zu respektieren. Sie lassen sich nicht zu «Seelsorgsobjekten» einiger weniger «Berufener» degradieren.Primäre Aufgabe der Pastoral wäre daher, alle Kirchenmitglieder zur Mündigkeit ihres Glaubens zu ermutigen, wo solche Mündigkeit – in der Regel nicht durch eigenes Verschulden – nur defizitär vorhanden ist, und solche Mündigkeit zu respektieren, wo sie in Anspruch genommen wird. Konsequenterweise verlangte dies, neue Formen des gemeindlichen Lebens, aber auch der kirchlichen Verfassung und Organisation zu entwickeln.Daher kommt dem Typ der Basis-Gemeinden für die weitere Entwick¬lung größte Bedeutung zu. Mögen sie das territoriale Gemeindeprinzip vorerst auch nicht ablösen, so können sie doch helfen, demokratischen Strukturen mehr Geltung zu verschaffen. Paulus wie Matthäus machen uns eine Binsenwahrheit deutlich: Kirche entsteht von unten, von der Basis her und an der Basis. Der gegenwärtige Trend, mehrere Ortsgemeinden zu klerikalen Verwaltungsbezirken zusammenzuschließen, wird sich als kontraproduktiv erweisen.»
Frage: Wer hat bereits Erfahrungen gemacht mi solchen Verwaltungsbezirken (»Pastoralräumen» u.ä.)

15. Mai 2010 | 01:23
von Walter Ludin
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