Monarchisch-autoritär
Wie sprechen zwei Franzosen, wenn sie unter sich sind, über die Deutsche Bischofskonferenz? Am 26. Mai 1964 sieht P. Yves Congar OP Bischof Léon-Arthur Elchinger (Strasbourg), der an der Versammlung der Deutschen Bischofskonferenz teilgenommen hatte (wir berichteten am 21.5.2014: http://www.kirchenblogs.ch/d/blogs/konzilsblog/m115723).
Als erstes stellt Congar fest, dass die deutschsprachigen Bischöfe besser über die Schemata informiert sind als die französischen Bischöfe, die bisher keine Vorlagen erhalten haben. Bemerkenswert scheint ihm, dass zu dieser Konferenz in Innsbruck Bischöfe aus der DDR gekommen sind. Rückblickend wird registriert, dass sie sich während der zweiten Konzilssession wenig zu Wort gemeldet haben. «Mgr. Elchinger denkt, dass dies mit Absicht geschah» (Co 2,83).
Elchinger und Congar tauschen sich dann über die Meinungen der deutschsprachigen Bischöfe zu den Konzilsvorlagen aus: ihre Position zu Lumen Gentium und insbesondere dem Kapitel über die Heiligkeit, ihre Unzufriedenheit hinsichtlich des Schemas über die Priester, ihre Uneinigkeit über die Mischehen usw.
Das Gesamturteil fällt ambivalent aus: «Mgr. Elchinger denkt auch dieses Mal, dass die Versammlung der deutschen Bischöfe sehr gut organisiert und vorbereitet ist, dass aber die Versammlung selbst und als solche wenig interessant ist. Es ist ziemlich monarchisch-autoritär» (Co 2,83).
(emf)
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