Konzilsblogteam

Lumen gentium

Das in intensiver Arbeit entwickelte sog. «Deutsche Schema», das in internationaler Zusammenarbeit erstellt und am 5. und 6. Februar 1963 nicht nur mit den deutschsprachigen Bischöfen, sondern auch mit Vertretern anderer Episkopate diskutiert worden war, wird in den Folgetagen nochmals überarbeitet. Neben Veränderungen im Abschnitt über die «notwendige Verbindung mit der Kirche» und in den Kapiteln über die Laien und das Ordensleben wird vor allem der Prolog neu gefasst und stellt nun mit einer trinitarischen Ouvertüre die Kirche von vornherein in eine heilsgeschichtliche Perspektive hinein.Vor allem aber beginnt mit der nun entwickelten und verbreiteten (inzwischen vierten) Fassung des Deutschen Schemas «zum ersten Mal ein De Ecclesia-Text mit den Worten Lumen gentium [Licht der Völker]» (Wa 295). Dieser programmatische Beginn ist durch die Radioansprache von Papst Johannes XXIII. vom 11. September 1963 sowie wahrscheinlich durch die von Kardinal Suenens gewählte Überschrift «Ecclesia Christi: lumen gentium» über seinen Plan zur Neuordnung der Konzilsvorlagen inspiriert.Im Laufe der Zeit, ansatzweise schon im Deutschen Schema, verschiebt sich das Bild von einem Bezug auf die Kirche als Licht der Völker hin zu dem Bekenntnis, dass Jesus Christus selbst das Licht der Völker ist, das auf dem Antlitz der Kirche widerscheint:«Christus ist das Licht der Völker. Darum ist es der dringende Wunsch dieser im Heiligen Geist versammelten Heiligen Synode, alle Menschen durch seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, zu erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet (vgl. Mk 16,15)» (LG 1).(emf)

18. Februar 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
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