Heinz Angehrn

Lossprechung

Das Dokument unserer Bischöfe zur Frage der Generalabsolution in der Bussfeier treibt seltsame Früchte. Von zwei sehr unterschiedlichen sei hier erzählt:
a) In der Seelsorgeeinheit X wirkt ein junger kirchentreuer Mitbruder F. Seine Reaktion auf das Dokument war, das er ab sofort selber keine Bussfeiern mehr gestaltet, sondern dies den Mitarbeitern/innen überlässt, die als Nicht-Priester/innen gar nicht in die Versuchung kommen, Sünden zu vergeben, sondern nur um deren Vergebung bitten können. Die beiden älteren Mitbrüder G und H im gleichen Gebiet ziehen sich ebenfalls von der Gestaltung von Bussfeiern zurück.
b) In der Seelsorgeeinheit Y wirkt ein mittelalterlicher nicht so kirchentreuer Mitbruder K. Seine Reaktion auf das Dokument war die Feststellung, dass er an seiner Gestaltung der Bussfeiern gar nichts ändern müsse, weil seine bisherige Lossprechungsformel schon immer den neuen Anforderungen entsprochen habe. Seine Laien-Mitarbeiter/innen reagieren amüsiert und überlegen sich, die genau gleiche Formulierung zu benutzen.
Ich unterstelle: Dem Katholiken, der Katholikin, der/die das Bedürfnis verspürt, vor Ostern eine Bussfeier zu besuchen, ist es ziemlich egal, wer da wie um Vergebung seiner/ihrer Sünden bittet!

19. März 2009 | 07:49
von Heinz Angehrn
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