Liturgiereform konkret
Am 7. März 1965, dem 1. Fastensonntag, geschieht ein bedeutsamer Schritt zur Umsetzung der Liturgiereform: Erstmals wird die Eucharistiefeier offiziell nach Massgaben der Liturgiekonstitution und der nachfolgenden Normen gefeiert. Neu ist vorgesehen, dass in vielen Teile die Volkssprache verwendet wird. Der Vorsteher soll der Feiergemeinde zugekehrt gewendet stehen.
Papst Paul VI. selbst feiert an diesem Sonntag in der römischen Pfarrei Allerheiligen Eucharistie und würdigt in der Predigt den Tag, an dem die neue Form der Liturgie in allen Pfarreien und Kirchen der Welt ihren Anfang nimmt, als grosses Ereignis. In der Predigt unterstreicht er die Präsenz Jesu in der Gemeinschaft der versammelten Gläubigen und im Wort.
In vielen Pfarreien wurde die Neuordnung der Liturgie durch Predigtreihen vorbereitet. Die Pfarrei St. Joseph Alzey des Bistums Mainz hat Predigtthemen zwischen 1960 bis 1967, wie sie im Pfarreiarchiv dokumentiert sind, im Internet aufgeschaltet. Dort ist für den 28. Februar 1965 festgehalten, dass an diesem Sonntag «Erklärungen und Übungen zur Liturgiereform, die am 07. März 1965 beginnt» vorgesehen waren. Auch an den Sonntagen vorher wird auf den Sinn der Liturgiereform eingegangen; im Sommer 1965 folgt eine Predigtreihe über die «neue Liturgie».
Für viele Menschen war dieser Umbruch im Liturgiefeiern die erfahrbarste Frucht des Konzils.
(emf)
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