Konzilsblogteam

Liturgie für die Gegenwart

«Das eine grosse, positive und definitive Ergebnis der zweiten Session ist die Verabschiedung der Konstitution über die Liturgie. Viele Stimmen hatten sich am Anfang des Konzils gegen eine ernsthafte liturgische Erneuerung gemeldet, die Schlussabstimmung aber ergab nur vier Nein-Stimmen gegenüber 2147 Ja-Stimmen. […] Die Bedeutung des Dekrets ist epochemachend: Die tridentinische Zeit in der Gottesdienstgestaltung ist abgelaufen, Neues wird werden.
Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird die Liturgiereform des Trienter Konzils weit in den Schatten stellen. Hier geht es nicht nur um die Abstellung von Missbräuchen und Wiederherstellung des mittelalterlichen Status quo ante. Hier geht es vielmehr um ein echtes Zurückgehen auf die Ursprünge. […] Auf diesem Grund war eine schöpferische Gestaltung einer Liturgie für die Gegenwart möglich.» So kommentiert Hans Küng die Verabschiedung der Liturgiekonstitution. In seinen weiteren Ausführungen wird sichtbar, wie sehr die Konstitution nur ein Anfang, ein Arbeitsauftrag für die Schaffung einer von Grund auf erneuerten Liturgie war. Einige seiner Wünsche an die konkrete Umsetzung scheinen heute kaum noch verständlich, z.B. der Wunsch, Konsekrationsworte und Doxologie in Zukunft immer laut zu sprechen. Küng selbst hat wohl Anfang 1964 geahnt, dass die Reform weiter gehen würde, als man sich zunächst vorstellen konnte: «Manches, was vor fünf Jahren unmöglich schien, ist heute möglich geworden. Manches, was heute ungewöhnlich klingt, wird in fünf Jahren selbstverständlich sein. Es kann nur um das eine gehen: Den Weg, den das Konzil mutig und entschlossen unter die Füsse genommen hat, nicht weniger entschlossen und mutig zu Ende zu gehen.»
(ab; Kü 254f)

17. Dezember 2013 | 00:34
von Konzilsblogteam
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