Heinz Angehrn

Linsenbühl VII

VIISkis waren aus Ingos Sicht elende Dinger, elend lang, so dass man sich die Finger blutig schlug, elend kalt, beim Hinauftragen von der Vögelinsegg zum Birt, elender aber noch an den Füssen, ungelenk, quer in der Landschaft stehend, ein neues Folterinstrument, das jemand aus der düsteren Garde der Turn- und Sportlehrer ersonnen hatte. Die Freude am Skifahren hatte immer dann ein rasches Ende, wenn es im Klassenverband stattzufinden hatte. Herr Keller, wie immer griesgrämig magenkrank, den steilen Weg zum Chapf hinauf in starkem Tempo der Klasse voranschreitend, duldete weder Unhöflichkeiten noch schlechte Leistungen jeglicher Art. Ingo war immer froh, wenn er nach diversen Stürzen hinaus in den Tiefschnee wieder zu den Kameraden aufgeholt hatte und es bei der Ruckstuhl-Garage vorbei war, man sich in die verschiedenen Richtungen verstreute. Die grösste Freude waren dann die paar Tage, an denen die Axensteinstrasse so verschneit war, dass er mit den Skis an den Füssen fast bis vor die Haustüre fahren konnte, Und das mitten in der Stadt!

25. Februar 2009 | 11:16
von Heinz Angehrn
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