Heinz Angehrn

Linsenbühl V

VMitternacht im Dom, unglaublicher Höhepunkt alles Heiligen, Ehrfurchtgebietenden, Majestätischen. Bischof Josephus, der immer abgeklärt und milde von den Hirten sprach und selber mit seiner fröhlich roten Nase aussah, als käme er direkt aus dem Stall zu Bethlehem. Die vielen Lichter, unglaublich vielen kleinen Lichter, die die grossen Leuchten unnötig machten, die erwartungsvolle Stille der Menschen, wenn sie einmal in der Kirche sassen. Und dann der Einzug von Ministranten, Priestern, Domkapitel und Bischof, noch mehr Lichter. Eine einzige Steigerung bis zum «Stille Nacht», das dann auch Überleitung war für den Heimweg. Ein letztes Mal noch hinaus in die kalte Nacht, ein letzter Rückweg. Zuhause ein scheuer Blick in die Stube, wo der Christbaum stand, wo sich das Geschenkpapier häufte. Und im Zimmer die Geschenke selber. Zu müde jetzt tief in der Nacht, aber Freude am Morgen, am Hineinlesen, am freie Zeit Haben.

21. Februar 2009 | 11:15
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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