Letzte Arbeitssitzung des Konzils und Sessionsschluss in St. Peter
NZZ vom 9. Dezember 1962: «Letzte Arbeitssitzung des Konzils: H.E.T. Rom, 7. Dezember. Die letzte Arbeitssitzung der ersten Konzilssession nahm heute eine überraschende Wendung, als am Ende Papst Johannes XXIII. in der Peterskirche erschien, mit den Konzilsvätern den Angelus betete und ihnen in einer kurzen Ansprache seinen Gruss und Dank ausdrückte. Am Samstag will der Papst trotz seines schweren Leidens zum feierlichen Schlussgottesdienst erschienen. Die 36. Generalkongregation hat in einer Abstimmung das Vorwort und erste Kapitel des Liturgieschemas verabschiedet, das damit zu einem Drittel fertiggestellt ist. […] Zum Schema von der Kirche wurde wiederum eine vollständige Neubearbeitung vorgeschlagen, die in der einen oder andern Form in der Zwischenphase bis zur nächsten Session wohl auch vollzogen werden wird. […] In der Diskussion wurde erklärt, die Liebe Christi müsse als grundlegendes Aufbauelement der Kirche deutlicher sichtbar werden; sie gebe dem Mystischen Leib des Herrn seine eigentliche Seele. Wenn alles dem geistlichen Ziel untergeordnet werde, dann löse sich die Spannung zwischen Rechtskirche und Liebeskirche. Die Mater müsse vor der Magistra stehen.»NZZ vom 10. Dezember 1962: «Sessionsschluss in St. Peter. Telephonischer Bericht unseres Korrespondenten. H.E.T. Rom, 9. Dezember: Die erste Session des Konzils ist am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariae offiziell abgeschlossen worden […]. In genau neun Monaten soll die Bischofsversammlung zu zweiten Session zusammentreten. Papst Johannes XXIII. wünscht, dass die Arbeiten bis zum 4. Dezember 1963, dem 400. Jahrestag des Konzils von Trient, vollständig zum Abschluss gebracht werden. Schon zirkuliert das vieldeutige Wort, das Vaticanum II habe das Ende der Gegenreformation gebracht …»(ufw)
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