Les Pays-d'en-Haut
Natürlich existiert dieser geographische Begriff auch bei uns in der Schweiz, aber ich rede und erzähle hier von den zehn Gemeinden, die diese Region eine knappe Autostunde nördlich von Montreal bilden. Es sind dies: Esterél, Lac-des-Seize-Îles, Morin-Heights, Piedmont, Saint-Adolphe-d’Howard, Sainte-Adèle, Sainte-Anne-des-Lacs, Sainte-Marguerite-du-Lac-Masson, Saint-Sauveur, Wentworth-Nord.
Die Namen sagen schon fast alles: Wir sind in einer hügeligen Region mit (im Winter) vielen kleinen Hängen mit Skiliften und (im Sommer) vielen Golfplätzen, durchzogen von der Autoroute des Laurentides, die von Montreal ins mondäne Mont-Tremblant führt, und von der ehemaligen Eisenbahnstrecke der Pionierzeit, dem Petit-Train-du-Nord, heute eine gekieste Piste für Spaziergänger, Velofahrer und Langläufer, und vor allem gesegnet mit viel Wald und in diesem Wald unzähligen kleinen Seen. Eigentlich kaum Landwirtschaft, dafür in der Jetztzeit recht viel kleiner bis mittelgrosser Tourismus. Katholisch durch und durch, französisch ebenso, wenn auch die wenigen englischen Namen von der Nähe zur Sprachgrenze (Ottawa, die Hauptstadt des Riesenreiches, liegt nur eine gute Autostunde entfernt; Quebec, die eigentliche capitale dieser grössten französischen Welt ausserhalb des Mutterlandes, ist weiter entfernt) berichten.
Hier durfte ich drei Wochen (er)leben. Bären werden nicht abgeschossen, sondern leben mit Einheimischen und Touristen. Waschbären betteln vor der Terassentüre. Riesige Gänsezüge am Himmel auf dem Weg in den Süden. Laubwald, der kitschig feuerrot wird. Und wieder einmal die Erkenntnis, dass wir provinziellen Schweizer eines zu lernen haben: es gibt andere Welten als die unsere. Mehr folgt …
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