Walter Ludin

Leider immer wieder:

«(Un)gehorsam»Fast täglich wird (von oben wie von unten) der Pfarrei-Initiative und ähnlichen Initiativen «Ungehorsam» vorgeworfen. Da stellt sich die Frage: Wer ist denn da ungehorsam.Pfarrer Gerhard Hackl,2754 Waldegg gerhardhackl@aon.at hat eine bemerkenswerte Antwort:
Es ist völlig unverständlich, warum sich Kirchenführer über das zutiefst biblische Wort Ungehorsam beklagen, war doch unser Herr Jesus Christus in seinem Ungehorsam gegenüber den damaligen religiösen Führern ein PARADEBEISPIEL des Ungehorsams. Seinem Vater war Jesus gehorsam bis in den Tod, den damaligen religiösen Führern aber immer wieder ungehorsam. 1. Zutiefst biblisch ist Ungehorsam schon aufgrund des Bekenntnisses zum Ungehorsam durch die Apostel in der Apostelgeschichte : «MAN MUSS GOTT MEHR GEHORCHEN ALS DEN MENSCHEN» (Apg 5,29). 2. Die Mitglieder der Pfarrerinitiative wollen selbstverständlich den Geboten Gottes gehorchen, sie wollen aber ungehorsam in allen jenen Bereichen sein, wo kein Gebot Gottes vorliegt, ja sogar etwas verlangt wird, was dem ausdrücklichen Willen Jesu widerspricht. 3. Wann wird die Leitung der Westkirche endlich ihren Ungehorsam gegen das ausdrückliche Gebot Jesu für eine freie Standeswahl (Mt 19,12)aufgeben: «Wer das erfassen kann, der erfasse es !» Dieses Gebot Jesu wird vom hl .Apostel Paulus bestätigt :»Was die Frage der Ehelosigkeit angeht, so habe ich kein Gebot vom Herrn» (1 Kor 7,25). Der hl. Paulus verteidigt überdies das RECHT AUF FREIE STANDESWAHL: «Haben wir nicht das RECHT eine gläubige Frau mitzunehmen, WIE DIE ÜBRIGEN APOSTEL UND WIE KEPHAS?» ( 1 Kor 9,5) Dadurch verteidigt er auch das Recht der heutigen Priester auf freie Standeswahl. Lernen wir doch in der Westkirche von den Ostkirchen, die sich seit den Tagen der Apostel genau an das beispielhafte Auswahlverhalten Jesu und der Apostel halten! 4. Der jetzige Papst Benedikt XVI. hat als Theologieprofessor schriftlich zum Ungehorsam aufgerufen, wenn das Gewissen das fordert :»Über dem Papst, dem Ausdruck der höchsten bindenden kirchlichen Autorität steht noch das eigene Gewissen, dem ZUALLERERST zu gehorchen ist, NOTFALLS AUCH GEGEN DIE FORDERUNG DER KIRCHLICHEN AUTORITÄT.» Das ist auch heute selbstverständliche und verbindliche Lehre ! 5. Gerade jetzt im Jahr des Glaubens sollte auch zum unbedingten Gehorsam gegenüber den Weisungen des 2.Vaticanums aufgerufen werden. Denn es ist offensichtlich, dass das nicht geschieht. Der Präfekt der Gottesdienstkongregation hat zum Beispiel nach einer Prozession durch die Straßen Roms, die zugleich Demonstration für die vorkonziliare Liturgie sein sollte, demonstrativ im Petersdom im alten Ritus zelebriert, um so ein Zeichen seiner Unterstützung zu geben. 6. Warum wird «Lumen gentium» nicht gehorcht, wo im 8.Kapitel ausdrücklich festgestellt wird, dass die Kirche Jesu (der doch alle Getauften aller Bekenntnisse angehören) in der katholischen Kirche «SUBSISTIERT», also verwirklicht ist ? Die Behauptung, dass nur die katholischen und orthodoxen Kirchen das Recht hätten, sich Kirche zu nennen, ist nicht nur äußerst beleidigend sondern auch grundfalsch und gegen das Konzil und die Oekumene gerichtet. Denn das Konzil weigerte sich, die Formulierung der römischen Kurie zu übernehmen «Die wahre Kirche Jesu ist die katholische Kirche» und verwendete deshalb den Ausdruck «SUBSISTIT», der sehr ausdrucksstark ist.
Fortsetzung folgt

7. Dezember 2012 | 01:49
von Walter Ludin
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