Küng: Vertuschung des kirchlichen Notstandes
«Jeder Reformer muss Angst vor Rom haben»Unter diesem Titel brachte spiegel.online ein längeres Interview mit Hans Küng. Erwähnt wird die «Leugnung des sexuellen Missbrauchs». Hans Küng fährt weiter: «Diese ist nicht die einzige Vertuschungsaktion der katholischen Hierarchie. Genauso schlimm ist die Vertuschung des kirchlichen Notstands.*SPIEGEL ONLINE: *Was verstehen Sie darunter?*Küng:* Dass das kirchliche Leben in vielen Ländern auf Gemeindeebene weithin zusammengebrochen ist. In Deutschland gab es 2010 zum ersten Mal mehr Austritte aus der katholischen Kirche (über 181.000) als Taufen (rund 170.000). Wir haben seit dem Konzil in den sechziger Jahren Zehntausende von Priestern verloren, Hunderte von Pfarrhäusern sind ohne Pfarrer, Männer- wie Frauenorden sterben aus, sie finden keinen Nachwuchs mehr. Der Gottesdienstbesuch sinkt ständig. Doch die kirchliche Hierarchie hat bisher den Mut nicht aufgebracht, ehrlich und ungeschönt zuzugeben, wie die Lage wirklich ist.»—————————-
Tatsächlich spricht man von «Glaubensschwund» oder «Gläubigenmangel», statt sich mit den reformbedürftigen Strukturen auseinanderzusetzen. Wie lange noch …..?
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