Kritische Fragen ...
Wieder mal Paul Hoffmann. Seine Fragen geben mir zu denken – auch mit Blick auf die Tag, die zwar von vielen Gläubigen mitgetragen wird. Aber jedes Mal werden es weniger. 1998 waren 350 Teilnehmende, dieses Jahr noch 100. Immerhin – aber es dürften mehr sein.
«- Hat die jesuanische Idee einer geschwisterlichen Gemeinschaft überhaupt eine Chance im volkskirchlich geprägten Milieu? Geht die Entwicklung nicht dahin, dass die Mehrzahl der Gerade-noch-Mitglieder zwar die religiösen Stabilisierungsfunktionen der Kleruskirche an Lebenswendepunkten und in Krisensituationen in Anspruch nimmt und dafür den großkirchlichen Apparat zu finanzieren und so zu stabilisieren noch bereit ist, sich aber der bewussten Glaubensentscheidung und persönlichen Bindung an eine solche Gemeinschaft verweigert? Können daher die kirchlichen Machtträger nicht mit größter Gelassenheit die prophetischen Aufbrüche ignorieren, im Wissen darum, dass der Apparat – zudem in seiner «staatstragenden» Rolle zurzeit noch honoriert – überdauert, weil die «breite Masse», wenn überhaupt, nur an der kirchlichen Trostfunktion interessiert ist? Wird die Nachfolge Jesu eine Sache von Außenseitern?» Meine Nachbemerkung gehört vielleicht nicht hierhin. Aber was ist vom obersten kirchlichen Management zu halten, wenn für der Chef der Besuch eines Marienwallfahrtsortes und eines Grabtuches offenbar viel wichtiger ist als sich mit Reformkräften abzugeben. Das Mittelalter lässt grüssen….
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