Konzilsblogteam

Konzilsmütter und Konzilstöchter

Nachdem 1963 erstmals männliche Laien als Auditoren des Konzils zugelassen wurden, kamen 1964 fünfzehn Frauen dazu. 1965 stieg ihre Zahl auf dreiundzwanzig an. Im Verhältnis zu den über 2000 Bischöfen eine verschwindende Zahl – aber als Zeichen für die Öffnung der Kirche doch ein Anfang.
Weitere Frauen trugen über die Infrastruktur des Konzilsbetriebes zum Konzil bei. Regina Heyder erinnert z.B. an ‹Gastgeberinnen› und ‹Übersetzerinnen›:
«Im Foyer Unitas der ‹Damen von Bethanien› […] versammelten sich die nichtkatholischen Konzilsbeobachter zu ihren wöchentlichen Besprechungen. Während der Konzilsjahre unterhielt das Foyer eine Art ökumenischen Salon, dessen Gäste Konzilsväter, Periti, die nichtkatholischen Beobachter, Laienauditorinnen und Laienauditoren sowie Journalistinnen und Journalisten waren.
Paul VI. berief 1963 mehrere männliche Laienauditoren, die regelmässig ihre Lagebesprechungen im Ständigen Büro der ‹Organisations Internationales Catholiques› (O.I.C.) abhielten. Dort hat Dr. Maria Alberta Lücker – Referentin für internationale Beziehungen beim ZdK in Bonn (Zentralkomitee der deutschen Katholiken; AB) – mitgearbeitet. Für die Laienauditoren übersetzte sie die Konzilsschemata auf Englisch und Französisch und war bei deren Beratungen dabei. […]
Auch Sr. Maria Brüning, […] Vorsitzende der Höheren Ordensoberinnen Deutschlands, nahm 1964 eine Woche in Rom an den Beratungen zur Erneuerung des Ordenslebens teil. In einem Interview hoffte sie, dass ‹die Kirche den Ordensfrauen Grundsätze darbiete, nach denen sie in innerer Freiheit und aufgeschlossen handeln könnten, ohne durch kirchliche Gesetze behindert zu sein›. Gleichzeitig beklagte sie, dass es noch ‹zu wenige Frauen gebe, die in der theologischen Auseinandersetzung unserer Tage einen eigenständigen Beitrag leisten können›. Tatsächlich wird es noch eine wichtige Begleiterscheinung des Konzils sein, dass sich Frauen in Gemeinden, Verbänden oder Orden um eine grössere theologische Kompetenz bemühen.»
(ab; Regina Heyder: Frauen beim Konzil. In: Theologische Kommission des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (Hg.): Die Tür ist geöffnet. Das Zweite Vatikanische Konzil – Leseanleitungen aus Frauenperspektive. Münster: Aschendorff, 2013, 15f)

17. März 2013 | 00:10
von Konzilsblogteam
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