Konzilsblogteam

Konzilskommission für Unmögliches?

«Es ist klar, dass gemessen an der ungeheuren Aufgabe», die Schemata gemäss dem «Geist umzugestalten, der von der Konzilsmehrheit gefordert worden ist», die Zeit zwischen zwei Sitzungsperioden, «die dem Aussenstehenden lange erscheinen möchte, in Wahrheit ausserordentlich knapp bemessen ist, ja, es scheint fraglich, ob in ihr der gegebene Auftrag wird bewältigt werden können. Andererseits ist auf diesem Konzil schon so viel Unmögliches möglich geworden, dass man sich von dem oft geradezu aufregenden Optimismus des Papstes getrost anstecken lassen und hoffnungsvoll sein darf.» Was Joseph Ratzinger in seinem Rückblick auf die erste Sitzungsperiode schreibt, verweist auf das Ineinander von vielfältiger Arbeit am Detail und notwendiger Koordinierung zwischen diesen Arbeiten. Neben der Arbeit zahlloser Bischöfe und Theologen, die wieder in ihre Diözesen und Wirkungsstätten zurückgekehrt waren und dort in ganz verschiedener Weise konziliare Impulse aufgriffen und reflektierten, ist hier insbesondere die Arbeit der Kommissionen zu nennen. Manfred Plate berichtet von der am 27. Januar 1963 zu Ende gegangenen mehrtägigen Sitzung der Koordinierungskommission (zu dieser s. auch Jan Grootaers in A 2, 428-453), «die sich mit der Lage nach der ersten Session und dem Plan für die weitere Arbeit des Konzils beschäftigt. Die Konzilskommissionen (aber leider nicht alle – was Folgen haben wird!) halten in den nächsten Wochen Vollsitzungen ab, um die neuen Entwürfe zu redigieren. Viele Unterkommissionen bearbeiten Einzelstoffe. Wird die Arbeit nach dem Sinn Kardinal Suenens’ laufen?» Mit seiner abschliessenden Frage nennt Plate eine Möglichkeit, wie «Unmögliches möglich» (Ratzinger) gemacht werden könnte: der Erzbischof von Mecheln-Brüssel hatte während der ersten Sitzungsperiode vorgeschlagen, die ungeheure Stoffmenge der konziliaren Dokumente um die Perspektiven «Kirche ad extra» und «Kirche ad intra» herum zu bündeln (s. dazu Giuseppe Ruggieri in A 2, 402-404).
Michael Quisinsky (Zitate aus : Joseph Ratzinger, die erste Sitzungsperiode des zweiten Vatikanischen Konzils. Ein Rückblick, in : ders., Zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Formulierung – Vermittlung – Deutung. Erster Teilband (Gesammelte Schriften 7/1), Freiburg 2012, 296-322, 320 ; Manfred Plate, Weltereignis Konzil. Darstellung – Sinn – Ergebnis, Freiburg 1966, 40).

27. Januar 2013 | 00:56
von Konzilsblogteam
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