Konzilsblogteam

Konzil der Barmherzigkeit

Mit «sprechender» Symbolik trägt Papst Franziskus zur Konzilshermeneutik bei. Den zweiten Jahrestag seiner Wahl beging er am 13. März mit einem Bussgottesdienst und kündigte dabei – ähnlich überraschend wie Johannes XXIII. 1959 das Konzil – ein ausserordentliches Heiliges Jahr an. Dieses soll am 8. Dezember 2015 beginnen und damit am 50. Jahrestag des Abschlusses des II. Vaticanums.
Damit zeigt Papst Franziskus einerseits auf, dass die Rezeption des Konzils keineswegs abgeschlossen ist, auch wenn möglicherweise nach den vielfältigen Gedenkveranstaltungen zum 50-jährigen Konzilsjubiläen in den vergangenen Jahren das Interesse am Konzil etwas zurückgehen wird. Andererseits macht Papst Franziskus deutlich, dass das Konzil wie auch die Erinnerung daran – und wie letztlich die Kirche überhaupt – kein Selbstzweck sind. Vielmehr stehen sie im Dienst der Barmherzigkeit, die es immer neu zu leben gilt.
Papst Franziskus sagt es, mit deutlicher Anlehnung an Gaudium et spes und Lumen Gentium, so: «Warum heute ein Jubiläum der Barmherzigkeit begehen? Ganz einfach, weil die Kirche in dieser Zeit grosser epochaler Veränderungen gerufen ist, die Zeichen der Gegenwart und Nähe Gottes vermehrt anzubieten. Dies ist nicht die Zeit für Ablenkung, sondern im Gegenteil um wachsam zu bleiben und in uns die Fähigkeit, auf das Wesentliche zu schauen, wieder zu erwecken. Es ist die Zeit für die Kirche, den Sinn des Auftrags wieder neu zu entdecken, den der Herr ihr am Ostertag anvertraut hat: Zeichen und Werkzeug der Barmherzigkeit des Vaters zu sein (vgl. Joh 20,21-23)» (Predigt bei der Vesper).
(mq)

12. April 2015 | 00:03
von Konzilsblogteam
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