Konzilsblogteam

Konträre Positionen zum Thema Ökumene

In der Konzilsaula wird am 2. Oktober 1963 der englische Bischof Primeau von Manchester aufgerufen. Dieser geht zum Mikrofon und korrigiert die Ansage. Er sei Bischof von Manchester in den Vereinigten Staaten. Der englische Bischof von Manchester werde zu den getrennten Brüdern gezählt (AS 2/1,459). Ein heiteres Lachen ist ihm sicher.
Zwar wird Anfang Oktober nicht der Konzilstext über die Ökumene diskutiert, und doch betrifft die Rede von Bischof Primeau die getrennten Christen und Kirchen. Er möchte das Urteil der Kirche und das Urteil Gottes darüber, wer der Kirche eingegliedert ist, unterscheiden. Der Redner nach ihm, Abtpräses Christopher Butler, würdigt die Gemeinschaften der Nichtkatholiken, die nicht bloss natürlicher Art seien. Vielmehr spiegele sich die soziale und sichtbare Natur der Kirche auch in ihnen.
Andere verstehen die Welt nicht mehr, weil sie entschiedene Aussagen und Verurteilungen vermissen. Bischof Carlos Saboia Bandeira de Mello von den Kanarischen Inseln wirft am 4. Oktober 1963 der verantwortlichen Kommission vor, sie scheine sich vor einem klaren katholischen Bekenntnis zum römischen Pontifex zu fürchten. Das Konzil gerate so in einen Widerspruch zu anderen Konzilien, «weil auf den anderen Konzilien jene, die die katholische Lehre nicht annahmen, ausgeschlossen wurden; auf unserem aber nicht. Es darf diesen Widerspruch nicht geben. Deswegen bitte ich darum, es möge eine Erklärung gegeben werden, warum wir in diesem Konzil anders handeln».
(emf; AS 2/2,114)

1. Oktober 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!