Können wir noch an das Glaubensbekenntnis glauben?
Früher war es einfach: Als das Credo gebetet und oft auch gesungen wurde, hat sich wohl niemand über seine Aussagen den Kopf zerbrochen. Später, als das Glaubensbekenntnis auf Deutsch gebetet wurde, begannen die Zweifel. Warum kommt Jesus hier nur mit seiner Empfängnis/Geburt und seinem Tod vor? Kein Wort zu seinem Leben und seiner Botschaft. Wie wenn eine Biographie von Napoleon sich darauf beschränken würde: «Geboren auf Korsika, gestorben auf der Insel St. Helena.»
Zudem werden seit einigen Jahrzehnten auch mythologische Vorstellungen des Credos kritisiert, so von H. Kohlmaier in einer Aussendung der österr. Laien-Initiative. Einige Auszüge:
Ich glaube an Gott …
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
Was stellt sich der Beter bloss unter dem Wort «eingeboren» vor?
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria
jeder Mensch, auch Jesus, muss schon aus genetischen Gründen einen biologischen Vater
haben. Da es damals keine In-vitro-Fertilisation gab, wurde Maria Mutter wie jede andere
Frau auch,
…
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
Wer stirbt, steht sogleich vor Gott. Dass sich dieser selbst in der Person Jesu in die Unterwelt begeben hätte, erschein geradezu absurd – was für ein Gottesbild ist das?
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
die alte Vorstellung von einer realen Ortsveränderung in den Himmel beschreibt das Sein Jesu bei und in Gott auf völlig ungeeignete Weise,
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
hier handelt es sich um ein altertümliches Bild von Mächtigen auf Thronen. Es passt schon
deshalb gar nicht, weil Jesus jedes Herrschen verwarf – und das wohl auch für sich selbst!
…
Auferstehung der Toten
Aus den Gräbern steigen wir am jüngsten Tag sicher nicht, sondern treten mit unserem Tod in eine andere Existenz ein.
Soweit «Kohli». Die Diskussion ist auch hier eröffnet.
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