Kluge und Törichte Jungfrauen
(Nachdem ich geschildert habe, was das Gleichnis im persönlichen Bereich bedeuten könnte:)
Bei vielen biblischen Geschichten drängt sich nicht nur eine individuelle Auslegung auf. Viele haben auch eine gesellschaftliche/sogar politische Dimension. Eine solche drängt sich für mich hier auf (auch wenn ich sie in keinen Predigtvorlagen, in denen ich stöberte, gefunden habe).
In den törichten Jungfrauen sehe ich ein Bild unserer aktuellen Gesellschaft. Sie gleicht den jungen Frauen, die sich in Selbstsicherheit wiegen: überzeugt, dass ihre Vorräte reichen. Doch dann gibt es für sie buchstäblich ein böses Erwachen: Ihre Ressourcen sind zu Ende gegangenSie spüren wohl, wo ich hinaus will: Ich denke da auch an Öl, nicht Olivenöl wie zu biblischen Zeiten, sondern (Nachdem ich geschildert habe, was das Gleichnis im persönlichen Bereich bedeuten könnte:)Sie spüren wohl, wo ich hinaus will: Ich denke da auch an Öl, nicht Olivenöl wie zu biblischen Zeiten, sondern an Erdöl. Wir tun so, als ob wir für alle Ewigkeit genügend Vorräte hätten. Sparen – so meinen viele – ist etwas für Asketen; oder für linke Spinner, die uns Angst machen wollen. Und wir wollen nicht wahrhaben, dass der «Peack of Oil» schon erreicht ist/ der Höhepunkt der Erdölförderung. Konkret: so viel Öl, wie 2006 gefunden wurde, wird nie mehr gefunden.Wichtiger sind die Prognosen, wie lange es noch Erdöl geben wird: Fachleute rechnen mit höchstens 50 Jahren. Und dann: «nach uns die Sintflut»?«Seid wachsam» gilt auch für den Umgang mit den materiellen Gütern, die Gott uns anvertraut hat. Er ist unendlich. Die Güter der Erde sind es nicht.
(Stans im Kloster der Kapuzinerinnen, 9.30 Uhr und im Pflegeheim, 10.40 Uhr)
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