Konzilsblogteam

«Kleider machen Leute»

Wie sehr das Selbstverständnis der Bischöfe bzw. das Verständnis des Bischofsamtes innerhalb der Kirche an Kontur gewonnen haben, zeigte Leonidas Proaño.
Leonidas Proaño war jener Bischof, der an Stelle der kirchlichen Amtskleidung den Poncho, das Gewand der Ar­men, trug und da­mit ein Zeichen setzte, wem er sich zugehörig sah: Der Bi­schof im Poncho wollte sich auf die Seite der Armen und Verachteten stellen, die Stummen reden leh­ren. Für den ecuadorianischen Bischof der Indios war das 2. Vatikanische Konzil eine einschneidende Erfah­rung, die sich in seinem Leben und seiner Arbeit als Hirte der Diözese auswirkte. «Persönlich traf mich das Konzil tief, als ich sah, wie die Kirche eine Antwort auf die grossen Fragen der modernen Welt suchte. Die Kirche wollte sich von der herkömmli­chen Pyramidal­struktur zu einer gemeinschaftlichen Kir­che bekehren … Wir machten einen Schritt, um von der hierarchischen Kir­chenstruktur zu einer Kirche als Gemein­schaft zu gelangen. Ich persönlich zog aus dem Bischofshaus aus und begann im Exerzi­tienhaus Santa Cruz zu woh­nen und dort in einer kleinen Gemeinschaft zu leben.» Die Inspiration dafür fand Proaño übrigens in der Gemeinschaft von Taizé, deren Prior, Frère Roger Schutz, er auf dem Konzil kennenlernte und seitdem mit ihm freundschaftlich verbunden war. Die­ses Haus in der Nähe von Riobamba wurde zu einem über die Landesgrenzen hinaus be­kann­ten Treffpunkt reformfreudiger kirchlicher Kräfte.
(Giancarlo Collet)

27. März 2014 | 00:04
von Konzilsblogteam
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