Kirchliche Heime
ferner: 50 Jahre SchreiberlingNach und nach komme ich dazu, Mails und News, die in den Wochen meiner Abwesenheit (Ferien auf Kreta, Studienwoche in Franken) anzuschauen. So finde ich jetzt den folgenden Kommentar von Stefan Calivers aus dem Willisauer Boten zu den Missbräuchen in kirchlichen Luzerner Heimen:
«Dass solche Grausamkeiten aber ausgerechnet hinter den Mauern kirchlicher oder genauer: katholischer Institutionen möglich waren, berührt und empört besonders. Doch die Übergriffe waren weder Einzelfälle noch Pannen, sondern vielmehr eine direkte Folge der autoritären Struktur der katholischen Kirche, ihrer «Drohbotschaft» von Schuld und Sühne und ihrer verqueren Sexualmoral. Theologieprofessor Markus Ries, einer der Autoren der Studien, formuliert den Handlungsbedarf für die Kirche darum klar: Sie muss sich auf die Seite der Schwächeren stellen und sich endlich mit dem Thema Sexualität auseinandersetzen. Und – mit alt Synodalrat Jörg Trottmanns Worten – «daran arbeiten, dass nicht unter Berufung auf die sogenannte göttliche Autorität berechtigte Anliegen nach sozialen Verbesserungen oder demokratischer Mitbestimmung abgeblockt werden».Aber auch der Staat muss seine Lehren ziehen. Die Berichte zeigen nämlich auf, dass das breite kirchliche Engagement in den Heimen durch den Sparkurs der öffentlichen Hand begünstigt wurde, weil Ordensleute buchstäblich «für Gotteslohn» gearbeitet haben. Die meisten von ihnen – das sei auch betont – absolut korrekt und mit grossem sozialen Engagement. Aber ihre Bitten um mehr Personal und bessere Bedingungen fanden kein Gehör. Die aktuellen Sparpakete lassen grüssen.»——————————-Beiden Postulaten – jenen an die Kirche und jenen an den Staat kann ich voll zustimmen.Übrigens: Im zarten Alter von rund 16 Jahren begann ich für den Willisauer Boten regelmässig zu schreiben. Damit begann vor über 50 Jahren meine nicht sehr steile journalistische Karriere ….
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