Walter Ludin

Kirchenrerform auf fasnachts-narrisch

Ich würde bestimmt zum Kirchenleerer, wenn ich versuchte, in Reimen eine Fasnachtspredigt zu halten. Doch meinem Mitbruder Gebhard Kurmann gelang es vorgestern wiederum, die Gläubigen zu begeistern. Der Applaus war ihm sicher. Hier ein Abschnitt seiner Predigt:
 
Auch die Kirche braucht den Narren,
denn der alte träge Karren
läuft nicht, wie er laufen soll,
braucht Reformen schnell und toll.
 
Selten gibt’s Reform von oben,
die da unten soll man loben.
All die vielen guten Laien
sollte man in Ämter weihen.
 
Kirchennarren hält man fern
oder straft sie auch mal gern,
weil den Spiegel sie gehalten
denen, die die Kirch’ verwalten.
 
Überall herrscht Fusion!
Ist das denn die Lösung schon?
Nichts dagegen, Spass muss sein.
Doch fällt uns da nichts andres ein?
 
Laien sind oft gern bereit,
nähmen sich durchaus die Zeit,
eine Messe zu gestalten,
wo kein Priester sie kann halten.
 
Doch die da oben woll›n das nicht.
Jeder soll die Sonntagspflicht
weit entfernt vom Haus erfüllen.
Geht oft nicht, bei bestem Willen!
 
Hätte man nur Fantasie,
manches liefe wie noch nie.
Hörte man auf manchen Narren,
würde wieder flott der Karren.
 
So kann man nur fleissig hoffen,
dass die Kirche wieder offen
die Erneuerung anstrebt
und im Geiste Jesu lebt.
 
 

17. Februar 2015 | 01:46
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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