Kirchenreform:
die Laieninitiative ist empört über die jüngsten Aussagen des Abtes von Heiligenkreuz Henckel-Donnersmarck, die er anlässlich der Präsentation seines Buches tätigte:
«Wenn sich der Papst morgen an das Fenster im Vatikan stellt und sagt ‹Bischöfe werden gewählt, Frauen werden geweiht und Priester dürfen heiraten’, dann ist für Ihren und meinen Glauben überhaupt nichts geschehen. Für das, was Religion wirklich ausmacht, ist das völlig belanglos.»
Also ist es Folge von – wie er es nennt – «nebensächlichen Strukturfragen», dass sehr viele Katholiken wegen der vatikanischen Willkür bei Bischofsernennungen sowie deren Folgen – von Groer bis jüngst Wagner – die Kirche erbittert verlassen haben. «Belanglos»?
Viele Pfarren in den Bundesländern sind wegen des drückenden Mangels an Priestern ohne eigenen oder ohne geeigneten Seelsorger. Die im Zentrum des Glaubens stehende Eucharistie wird dort immer schwerer erreichbar. «Nebensächlich»?
Mit der Abschaffung des Pflichtzölibats könnten sogleich Hunderte von Priestern wieder ihr Amt antreten, die sich zu der von Jesus geheiligten ehelichen Liebe bekannt haben. Die Verlogenheit angesichts zahlreicher verheimlichter Partnerschaften und auch daraus hervorgegangener Kinder wäre mit einem Schlag beseitigt. «Belanglos»?
Es gibt keineswegs wenige Studierende der Theologie und überhaupt Menschen, die sich zum geistlichen Dienst berufen fühlen. Dass sich Männer dazu nicht auch entschließen, liegt meist an der Verweigerung des Menschenrechts auf Familiengründung. Frauen sind ja überhaupt durch Nichtzulassung diskriminiert. Würde das geändert, gäbe es nicht mehr nur eine alarmierende Überalterung des Priesterberufes, sondern wieder mehr hoffnungsvollen Nachwuchs! «Nebensächlich»?
«Belanglos!»Als ich vor einigen Tagen ein Zitat von Abt Henkel-Donnersmarck las, wollte ich genau so reagieren, wie es im unten stehenden Text die österreichische Laieninitiative tut. Irgendwie unterblieb es – wie so manches, wenn man nur stundenweise vor dem PC sitzen darf, ums sich dann wieder auszuruhen:
Für die Laieninitiative zeigt sich damit neuerlich, wie sehr im leitenden Klerus der Dienst des Evangeliums an den Menschen zur «Nebensache» wurde. Hauptsache scheint nur mehr zu sein, sich «papsttreu» an verkrusteten und längst überholten Strukturen festzuklammern – und das um jeden Preis. Auch um den eines fortschreitenden Glaubensverlustes durch einen erschreckenden Mangel an ausreichender und glaubwürdiger Verkündigung, welche für Henckel-Donnersmarck «belanglos» zu sein scheint!Aber was er sagt, entbehrt auch der Logik. Wenn jene Vorschriften, die er nennt, tatsächlich so unwichtig sind, dann könnte man sie ja getrost ändern! Sie haben ja – und da muss man ihm recht geben – mit der Substanz des Glaubens nichts zu tun, sehr wohl aber mit dem elenden Zustand der Kirche.
Aber vielleicht hat er das ohnedies so gemeint! Dann sei ihm Abbitte geleistet und ein herzliches Willkommen im Kreise jener gesagt, denen die Zukunft der Kirche wichtiger ist als die Vorschriften der Vergangenheit!
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