Kirchenreform: unmöglich?
Ist es schon zu spät?
Am Schluss des Jahres drei grundsätzliche Bemerkungen:
1. Ich arbeite für die Kirchenreform:Ein wichtiges Anliegen meines Blogs besteht darin, die Postulate der Kirchenreform wachzuhalten. Auch wenn des oft langweilig wirkt: Sonst schlafen sie ein …Ich liefere dazu immer wieder (neuere; aber auch nicht mehr ganz neue, doch übersehene!) theologische Begründungen, z.B. indem ich «häpphttp://kath.ch/nucleus/nucleus/images/button-bold.gifchenweise» aus Referaten von Walter Kirchschläger u.a. zitiere.
2. Ist Kirchenreform überhaupt noch möglich? Ein eifriger Besucher meines Blogs verneint dies:" …Die Situation ist umso trauriger, als mit aller Sicherheit eine Reform in dieser Kirche strukturell nicht mehr möglich ist: Den Beweis hat die Zeit nach dem Vatikanum II erdrückend erbracht. Das Dogma vom Universalprimat hat die Konstantinische Wende, jene Ur- und Erbsünde dogmatisch betoniert, die Imperatoren Wojtyla und Ratzinger haben das System machtpolitisch bis in die letzten Gemeinden abgesichert. Hermann Härings Belege!Meine Befindlichkeit: Diese Kirche ist nicht mehr «ein Stück von mir». Ich spüre immer deutlicher, wie ich die Vorgänge in ihr nur noch von aussen, als immer kühlerer Beobachter zur Kenntnis nehme; wie die Entwicklung vorangeht, kann ich mir jeweils vorher ausrechnen, ich werde höchstens insofern überrascht, als sie immer noch dreister auftrumpft als ich befürchtet hatte.Ich weiss keine Hoffnung. Als einsamer Wanderer, der weiss, dass da und dort in der Wüste auch andere ebenso einsam unterwegs sind, gehe ich mit meinem Bündel an jesuanischen Einsichten und Überzeugungen meine letzten Tage oder Jahre. Interesse für das, wofür ich lebte und wirkte und was ich wirklich für lebenswert halte, fehlt weit und breit, in der Kirche und in der Gesellschaft. Das Humanum steht weltweit auf dem Spiel.»Lieber Walter, Du bist für mich auch so eine Oase, oder besser: ein solcher Wanderer. Dafür danke ich Dir!»
3. Es ist höchste Zeit! Aus einem Brief der österreichischen Laien-Initiative an Bischof Kappelari:»Niemand kann und darf es in Frage stellen: Das vom Konzil bekräftigte Prinzip der Kollegialität der Bischöfe erfordert deren aktives Handeln zum Wohl der Kirche – in Übereinstimmung mit dem Gottesvolk und dessen berechtigten Anliegen auch gegenüber Rom. Doch immer mehr entsteht der fatale Eindruck, dass unsere Oberhirten nur als vatikanische Außenstellen fungieren. Reformvorschläge, die seit vier Jahrzehnten auf dem Tisch liegen und nicht erst von der Laieninitiative erfunden wurden, müssen endlich umgesetzt werden. Viele in unserer Kirche sind es müde, angesichts der eminenten Krise, in der wir uns befinden, weiterhin zu einer ‹Noblesse’ unfruchtbaren Schweigens ermahnt zu werden.»
Auch aus andern Verlautbarungen der Laien-Initiative ist ersichtlich: Die Geduld der Basis geht langsam ihrem Ende zu. Wenn nicht bald etwas geschieht, wird zur «Selbsthilfe» gegriffen.Tatsächlich: Viele Gläubige werden sich nicht mehr lange mit frommen Ermahungen abspeisen lassen, so im Stil von: «Befasst euch doch mit Wesentlichem, mit der Gottesfrage statt mit Strukturen!» Gewiss, darin liegt ein Stück Wahrheit. So wird sich die Tagsatzung im Mai mit Gottesbildern beschäftigten. Vgl. www.tagsatzung.ch Aber dies darf nicht als Alibi für (strukturellles) Nichtstun herhalten.Kurz: Noch kann die Kirchenleitung etwas tun. Wenn sie sich weigert, wird ihr das Steuer des Kirchenschiffs eines nicht fernen Tages aus den Händen gerissen.
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