Kirchen: Strenge «Moralverkünderinnen» oder barmherzige «Menschenversteherinnen»?
«Da begegnet einem zum Beispiel die immer wieder vorgebrachte Forderung, die Kirchen sollten verdammt noch mal Normen setzen, Leitbilder formulieren und nicht allzu viel Verständnis für die Menschen zeigen – egal, ob diese Normen der gelebten Wirklichkeit standhalten oder nicht.»
Dies schreibt mein Kollege Hartmut Meesmann im Publik-Forum über die Diskussion zum neuen, umstrittenen Ehepapier der ev. Kirchen Deutschlands. Und weiter: »Vor allem viele säkulare Medien – Neue Zürcher Zeitung, Spiegel und andere – wollen eine solche Kirche; auch wenn sie ansonsten mit den Kirchen nicht viel am Hut haben.
Vorbild ist die römisch-katholische Kirche, die diese gewünschte Rolle munter spielt; und die genau deshalb von vielen Menschen, die sich ehrlich abmühen in und mit ihrem Leben, der Unbarmherzigkeit gescholten wird. Die evangelische Kirche dagegen wird von den Kritikern als Menschenversteherin diffamiert. Geringschätzig ist von Kuschel- oder Sitzkreis-Theologie die Rede.
Was offenbart dieser Tenor der Kritik – ausser einem elenden Zynismus? Man will eine religiös grundierte autoritäre Verbots-Pädagogik, nichts anderes. Strenge statt Verständnis. Klare Ordnungsprinzipien und keine Aufweichungen. Dafür soll die Kirche herhalten. Kirche als Moralanstalt, die vorgibt, wie gelebt werden soll. Und viele Verantwortliche in den Kirchen tappen genau in diese Falle.»
Sehr bedenkenswerte Bemerkungen zu den Kirchenbildern.
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