Karol Wojtyla wird Erzbischof
Wann genau der polnische Weihbischof Karol Wojtyla Erzbischof wurde, wird in zwei Versionen überliefert. Für die einen gilt der 13. Januar 1963, für die andern genau ein Jahr später der 13. Januar 1964. Gemäss der Vatikan-Homepage datiert die Ernennungsbulle vom 13. Januar 1964. Wie dem auch sei, lohnt es sich, den Blick auch bezüglich des Konzils auf Karol Wojtyla zu richten, der im Konzil selbst, aber noch mehr natürlich ab 1978 als Papst für die Umsetzung des Konzils von grösster Bedeutung war. Um das Reden und Wirken von Karol Wojtyla besser verstehen zu können, lohnt sich ein kurzer Blick auf seine vorbischöfliche Zeit: Karol Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice, einer Kleinstadt bei Krakau, in einfachen Verhältnissen geboren. Im Alter von 12 Jahren verlor er seinen älteren Bruder Edmund, seine Schwester lernte er nie kennen, da sie noch vor seiner Geburt verstarb.Karol Wojtyła war sehr sportlich. Stark beeinflussten ihn zahlreiche Kontakte mit der jüdischen Gemeinde in Wadowice. Ab 1930 besuchte er das Gymnasium und wirkte bei Theateraufführungen mit, war Ministrant und beendete die Schule mit Bestnoten. Er studierte Philosophie und polnische Literatur, was er während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund fortsetzen musste. Zwangsarbeit verhinderte die Deportation nach Deutschland.Im Oktober 1942 trat er ins geheime Priesterseminar der Erzdiözese Krakau ein. 1946 empfing er im Geheimen die Priesterweihe und promovierte in den folgenden zwei Jahren in Rom am Angelicum. Danach war Karol Wojtyła als Kaplan und ab 1953 als Professor für Moraltheologie in Krakau tätig und bekam 1954 einen Lehrauftrag für Philosophie und Sozialethik an der Katholischen Universität von Lublin. Am 28. September 1958 wurde Karol Wojtyła von Eugeniusz Baziak zum Weihbischof in Krakau und Titularbischof von Ombi geweiht.(ufw/vgl. Georg Schwaiger: Päpste und Papsttum im 20. Jahrhundert. München 1999, 397 ff.)
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