Konzilsblogteam

Kardinal Suenens übernimmt die Schirmherrschaft der «Freitagstreffen»

Die Idee der «Freitagstreffen» im «Domus Mariae», wo die brasilianischen Bi­schöfe während der Konzilszeit residierten, stammte von Dom Helder Camara (vgl. Konzilsblog 18. Sept. 2013). Diese Treffen, die auch Mitgliedern anderer Bischofskonferenzen offen standen, sollten dem Informationsaustausch, der Sammlung wichtiger Erkenntnisse und der Vorbereitung von Konzilsdebatten die­nen.
«Es lief alles … sehr gut. Zu einem gewissen Zeitpunkt aber – so erinnert sich Camara – erfuhren wir, dass der Generalsekretär des Konzils Verdacht be­züglich der Freitagstreffen hegte, die ihm als geheime Zusammenkünfte von Ver­schwörern erschienen. Wir hielten es deshalb für nötig, einen Kardinal zum Schirmherrn zu wählen.» Camara wurde beauftragt, um mit Kardinal Suenens darüber zu sprechen und ihn als Schirmherrn zu gewinnen. Dazu überreichte er ihm einen Brief.
«Es war – so Camara in seinen Erinnerungen weiter – ein sehr einfacher Brief; er schilderte die informellen Freitagstreffen, die Zweifel, die sie erweckten und unser Bedürfnis nach einem Kardinal als Schirmherrn, der deut­lich machen sollte, dass wir nicht gegen die Kirche arbeiteten, sondern zu einem guten Verlauf des Konzils beitragen wollten. Kardinal Suenens nahm das zur Kenntnis: ‹Was Sie von mir erbitten, wissen Sie, ist sehr ernst. Aber sagen Sie mir zunächst ganz ehrlich etwas anderes: Ich weiss, Sie sind ein persönlicher Freund von Kardinal Montini; weshalb bitten Sie nicht ihn, Ihr Schirmherr zu sein?› ‹Das ist sehr einfach. Mir scheint sicher, dass Papst Johannes vom Herrn zwar die Verantwortung und den Ruhm empfangen hat, dies Konzil zu eröffnen, er aber nicht die Freude erleben wird, es auch zu beschliessen. Also …›»
Kardinal Suenens übernahm sofort die Schirmherrschaft der Freitagstreffen.
(Giancarlo Collet; Br 199f.)

17. März 2014 | 00:04
von Konzilsblogteam
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