Walter Ludin

Kardinal KuKo

Gemeinsame EthikAus einer KIPA-Meldung von gestern:Gegenüber dem Korrespondenten der Kipa in Österreich betonte Koch den grundsätzlichen Einsatz der Kirchen für den Schutz des menschlichen Lebens von dessen Anfang bis zum Ende. In kritischen Bereichen wie Stammzellenforschung, Abtreibung und Euthanasie würden die Kirchen jedoch nicht mit jener einheitlichen Stimme sprechen, die um der Glaubwürdigkeit willen notwendig wäre. Dasselbe gelte auch für den Bereich von Ehe und Familie oder Homosexualität.Während in einer früheren Phase der ökumenischen Bewegung das Losungswort geheissen habe, «Glaube trennt – Handeln vereint», werde dieses heute gleichsam auf den Kopf gestellt, bedauerte Koch. Gegenwärtig trenne vor allem die Ethik, und der Glaube verbinde. Da hinter unterschiedlichen Sichtweisen zumeist Fragen des Menschenbildes stehen, sieht der Kurienkardinal die Ausarbeitung einer «gemeinsamen christlichen Anthropologie» als eine grosse Aufgabe, die auf die Ökumene zukommt.—————————————————————————————————————————So weit, so gut. Eine gemeinsame Stimme in ethischen Fragen würde zur Glaubwürdigkeit der Kirchen beitragen. Aber wie soll das geschehen – da die katholische Kirche in den letzten Jahrzehnten keine neuen Einsichten anerkannte? Und keine Anzeichen einer Änderung zeigt; vgl. B16 in Germanien!Ganz einfach: Die Andern sollen sich ändern!

15. Februar 2012 | 02:25
von Walter Ludin
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