Walter Ludin

Kann man auf die Reformer verzichten?

«Argumentieren nützt nichts»Weiter im TExt von H. Kohlmaier:Wenn man sich dies alles vor Augen führt, erklärt es nicht nur das für viele rätselhafteVerhalten des Papstes im Verhältnis zu den Traditionalisten sondern auch zu den Kräftender Erneuerung. Man hat diese längst einfach abgeschrieben. Man lässt sie sogarirgendwie gewähren, denn man nimmt an, dass sich das Problem von selbst erledigenwird. Angesichts der Erfolglosigkeit ihres Handeln würden die Progressiven sicher erlahmen.Ihr überwiegender Teil, der noch vom Vatikanum inspiriert wurde, wird ja auchälter und tritt allmählich ab. Und die Jugend hat keine Lust, an dieser Front zu kämpfen.Ein Teil von ihr ist sogar beeindruckt von den Konservativen, die Halt in einer unsichergewordenen Welt bieten könnten.Die Strategie des bewussten in Kauf Nehmens des Verlustes der Erneuerungswilligen zuerkennen, bedeutet, auch sonst vieles zu verstehen. Das Auftreten Benedikts in Deutschlandetwa. Er markierte an dieser ganz wichtigen Stelle wieder seine abgehobenen Positionen,aber von einen Bemühen um «verlorene Schafe» war nichts zu spüren. Unschwerist so auch das Verhalten der Bischöfe zu erklären. Wie sie taktieren und lavieren, oftverlegen oder sogar verlogen, entspricht einfach der Vorgabe des Chefs: Einigermaßenmit Anstand über die Runden zu kommen, bis die Unruhestifter alle weg sind und nurmehr übrig bleibt, wer keinen Ärger macht.Viel ließe sich dazu sagen, wie sehr dies dem Willen Jesu widerspricht. Aber auch dazu,welche Konsequenzen die Reformkräfte daraus zu ziehen haben. Da muss endlich ganzbewusst werden, wie sinnlos alle Versuche sind, zu argumentieren und zu überzeugen,etwas zu bewegen oder bei der kirchlichen «Obrigkeit» zu erreichen. Ist doch diese striktan eine unerschütterliche Order gebunden: Wir marschieren in die Zukunft einer kleinenKirche, die das bewahrt und verteidigt, was sie sich in alten Zeiten so schön zurechgerichtethat.Sprach da nicht jemand von «Ungehorsam»?
——————Brigitte Durrer, die ehem. Präsidentin der Tagsatzung (im Bistum Basel) meint im Berner Pfarrblatt dieser Woche, Resignation sei keine Alternative. «Weiter gusle….»

5. November 2011 | 01:43
von Walter Ludin
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