Br. Paul Tobler

jung, gläubig, fröhlich, innig

Kennen Sie den Weltjugendtag? Da durfte ich vor einiger Zeit eine tolle Kirchenerfahrung machen. 800 junge Gläubige von 16 bis 35 Jahren trafen sich in der Pfarrei St. Martin Schwyz zu einem tollen und tiefgehenden Fest des Glaubens: Lebensfreudige junge Menschen, welche ein Wochenende freiwillig und intensiv der Suche nach Gott, nach Antworten und nach der Freude aus der Begegnung mit Jesus Christus widmeten.
Es war eine Art «Festival» ab Freitagabend, sehr jugendgerecht gemacht. Ein Hauptredner gab regelmässige Vorträge: Pater Agostino Torres von der franziskanischen Gemeinschaft der «Bronx Brothers» von New York. Spürbar erfahren mit der Jugendkultur, mit gewissem schauspielerischen Talent, aber auch mit grossem Tiefgang. Seine einfachen, klaren Worte konnten die Herzen berühren. Am Samstag gab es Workshops: etwa «Love in Action» – inspiriert von Mutter Teresa über Taten der Nächstenliebe im eigenen Umfeld nachdenken. Oder «Chant» – Gregorianik mit jungen Einsiedler Mönchen. Daneben feierliche grosse Liturgien, moderne Lobpreis-Gebetszeiten, Konzerte christlicher Musiker, … Und vor allem: eine Kirche voll junger, ernsthaft beteiligter Menschen.
Etwas Eindrückliches waren für mich die Gastfamilien: wie immer durfte ein Grossteil der jungen Teilnehmer so logieren – über 100 Familien waren es. Ich denke, dass wohl viele der Gastgeber aus der Pfarrei Schwyz und Umgebung ihren Augen nicht ganz trauten, was sie diese Tage teilweise erlebten. Ungewöhnliche, fröhliche Gäste. Oder die feierliche sonntägliche Heilige Messe, wo die stattliche Martinskirche auf den letzten Platz dicht gefüllt war. Sicher wurden auch diesmal wieder Gäste wie Gastgeber reich voneinander beschenkt.
Ausserdem beeindruckte mich das grosse Engagement der mehrheitlich ehrenamtlichen jungen Organisatoren. Sie legten sich enorm ins Zeug, schon weit im Voraus, um ein ganz tolles Programm zu bieten, so dass eine intensive Glaubens- und Kirchenerfahrung möglich wurde. Auch Bischöfe, kirchliche Mitarbeiter, Priester und Klosterfrauen waren da. Es war für mich eine neue, schöne Erfahrung, als Ordensmann den Anlass zu begleiten, mitzubeten, einfach da zu sein. Ich bin selber «Kind des Weltjugendtages» – diese waren für mich früher immer enorm wichtig und bestärkend.
Pfarrer Reto Müller formulierte es zum Abschluss treffend: Er dankte den jungen Gläubigen für die Lebendigkeit, welche sie nach Schwyz gebracht hatten – aber ganz besonders für die Innigkeit.

6. Juni 2014 | 09:18
von Br. Paul Tobler
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