Irrelevante Sekte
Da bleibt ein Stachel ganz fest im Fleisch stecken, zumindest für Leute wie mich. Als ich mich in den 70er Jahren für das Theologiestudium und damit auch für einen späteren kirchlichen Beruf entschieden hatte, geschah dies vor dem Hintergrund der volkskirchlichen und von einem starken dualen System geprägten Strukturen der Diözese, in deren Kathedralpfarrei ich die Ehre hatte, aufwachsen zu dürfen, und deren Religionslehrer ich an der staatlichen Kantonsschule erleben durfte. Dies war der Nährboden meines Entscheids, ganz sicher nicht der Papst in Rom, der damals gerade fürchterlichen Sexualmoral-Unsinn angestellt hatte (»Humanae vitae»), und auch nicht die ausgefeilten Dogmen, denen ich dank wirklich guten Dogmatik-Professsoren (E.Christen, A.Müller) immer mit respektvoller Distanz begegnen durfte.
Für eine sich ins lächerlich-fromme gesellschaftliche Ghetto zurückziehende Kirche hätte ich mich nie entschieden. Das sei klargestellt. Darum bleibt mir bis 2018 nur der Kampf für das, was ich als sinnvoll erachtete und erachte.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


