Ich geriet in eine Neo-Nazi-Demo
Auf der einen Seite ein Grüpplein verbissener Neo-Nazis der NPD –auf der andern Seite eine sehr bunte Schar froher Menschen: Auf dieses Szenario stiess ich diese Woche bei einem kurzen Aufenthalt in der süddeutschen Bilderbuchstadt Rothenburg ob der Tauber.
Wir wollten wie die vielen Touristen (darunter viele Chinesen; was mich sehr an Luzern erinnerte) die Stadt besichtigen. Da trafen wir auf eine früher Wahlveranstaltung der NPD. Es war glücklicherweise nur ein kleines Grüppchen mit einem riesigen Lastwagen. Da der Auftritt offenbar angekündigt war, organisierte sich die Gegenseite: Bürger und Bürgerinnen jeden Alters, welche ihre Stadt nicht den rechtsextremen Wirrköpfen überlassen wollte.
Auf der einen Seite die Einheits-Ideologie, die sich in der Vergangenheit unseligen Angedenkens durch Parolen wie «Ein (rassisch einheitliches) Volk – ein Reich ein Führer manifestiert hatte. Heute steht es auf den T-Shirts der jungen Männer, die ihr Gesicht hinter ihren Sonnenbrillen versteckten: «Freiheit –Heimat- Identität».
Auf der andern Seite herrschte die Buntheit vor. Was die Identität betrifft: Unter den Demonstranten stand ein älterer Türke, welcher begeistert die deutsche und die türkische Flagge schwenkt.
Zur Freiheit etwas, das mich besonders freute: der evangelische Stadt-Dechant hielt eine kurze Ansprache über Luthers «Freiheit eines Christenmenschen». Keiner der zahlreichen Redner wurde so laut ausgepfiffen.
Was mir zu denken gab: Auf der einen Seite des NPD-Lastwagens war zu lesen: «Sicher leben – Asylflut stoppen!» Kommt mir unheimlich bekannt vor. Vielleicht kann sich mein lieber Kollege Angehrn in seinem Blog wieder einmal zu so was äussern.
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