I. und II. Vaticanum – Stationen einer Kirche auf dem Weg durch die Zeit
Der italienische Franziskaner Umberto Betti (1922-2009) gehört zu den Theologen, deren Wirken und Werk den Weg der Kirche durch die Zeit veranschaulicht, auf dem die beiden Vatikanischen Konzilien entscheidende Stationen sind. Dass der am Antonianum lehrende Betti seine historischen und theologischen Kenntnisse in die Diskussionen des II. Vaticanums einbringen konnte, verdankte der Spezialist des I. Vaticanums nicht zuletzt seiner Beratertätigkeit für den Florentiner Erzbischof Ermenegildo Florit (1901-1985).
Während die erste Sitzungsperiode für Betti noch wenig Arbeit mit sich brachte, änderte sich dies nach seiner Ernennung zum Peritus am 25. März 1963. Florit erteilte ihm Anfang April 1963 von Chiavari aus, wo er eine Bronchitis auskurierte, die er sich in Rom zugezogen hatte, erstmals mehrere Arbeitsaufträge im Hinblick auf die bevorstehenden Kommissionssitzungen. Am 4. April 1963 bat er ihn, « i punti più delicati » in einigen Schemata einer Analyse zu unterziehen.
Die Zusammenarbeit zwischen Betti und Florit wurde in der Folge immer intensiver, Bettis Tätigkeit als Peritus erlangte nicht zuletzt für die konziliaren Aussagen zur Offenbarung und zur Kollegialität Bedeutung. In beiden Fällen eröffnete das II. Vaticanum für den weiteren Weg der Kirche durch die Zeit weitreichende pastorale und theologische Perspektiven. Betti selbst war nach dem Konzil u.a. Mitglied der Kommission « Glaube und Kirchenverfassung » des Ökumenischen Rates der Kirchen und wurde 2007 Kardinal.
Michael Quisinsky (Zitat in : Umberto Betti, Diario del Concilio. 11 ottobre 1962-Natale 1978, Bologna 2003, 17 bzw. 188).
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