Konzilsblogteam

Gaudet Mater Ecclesia als Leitstern der ersten Konzilsperiode

Im untergründigen Streit um die Ausrichtung, welche das II. Vatikanische Konzil nehmen soll, dient die Eröffnungsrede Papst Johannes› XXIII. immer wieder als Orientierungspunkt. Mehrere Konzilsväter nehmen in der Konzilsaula Bezug darauf. Besonders deutlich kritisiert Augustin Kardinal Bea am 4. Dezember 1962 das Schema De Ecclesia, weil es im Widerspruch zu dem Geist stehe, der die Eröffnungsansprache des Papstes und die Botschaft des Konzils an alle Menschen beseelt (vgl. AS 1/4,229). In der Debatte über die Quellen der Offenbarung beziehen sich «nicht weniger als 22 Interventionen ausdrücklich auf Gaudet Mater Ecclesia» (A 2,296), elf tragen den Inhalt dieser Rede ohne ausdrückliche Bezugnahme vor. Den meisten geht es darum, die pastorale Ausrichtung der Lehre hochzuhalten. Die Verkündigung müsse sich an die Menschen von heute wenden und als bedeutsam für ihr Leben in der gegenwärtigen Welt aufleuchten.Auch in den Anweisungen, die der Papst für die Intersessio gibt, werden Passagen aus der Eröffnungsansprache Gaudet Mater Ecclesia zitiert, um die pastorale Ausrichtung der Aussagen des Lehramtes zu erinnern. «So markierte und besiegelte Gaudet Mater Ecclesia den Anfang und das Ende der Konzilsarbeiten – als ein wahrer Prüfstein für die Debatte der ersten Sitzungsperiode» (Giuseppe Ruggieri: A 2,406f).(emf)

10. Januar 2013 | 00:58
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!