Heute ist Franziskustag
Ein Mann verweigert sich dem SystemHier ein kurzer Abschnitt aus meinem im Wegwarte Verlag erschienen Geschenkbuch «Franz von Assisi für Ungläubige». Dazu zwei Vorbemerkungen:-Das Buch darf auch von Gläubigen gelesen werden.-Ich kann es Euch zum Super-Sparpreis von Fr. 15.– zustellen (statt Fr. 27.-). Mail genügt: wludin@bluewin.ch
Am Schluss seines Lebens schreibt Franz in seinem Testament mi Blick auf die Begegnung mit dem Aussätzigen: «Was mir bisher bitter erschien, verwandelte sich in Süssigkeit der Seele und des Leibes. Kurze Zeit später verliess ich die Welt.»Der letzte, so unheimlich prägnante Satz kann sehr leicht missverstanden werden. Franz betrieb in keiner Weise Weltflucht. Er blieb mitten in der Welt. So zog er sich nicht als Mönch hinter die Klostermauern zurück. Ja, er wird sich später mit Händen und Füssen wehren, als ihm Wohlgesinnte – auch Päpste – überreden wollen, sich in die monastische Lebensweise einzuordnen.Franz verlässt nur insofern die «Welt» als er sich fortan den gängigen Werten verweigert. Er verzichtet auf Reichtum, auf den angesehenen sozialen Status und auf Prestige. Kurz: Er verweigert sich dem «System» mit seinen verlockenden und gefährlichen Tendenzen (vgl. das Kapitel über das Geld). Nachdem er «dazu gehörte» – als Jugendkönig – und davon träumte, Adeliger oder Ritter zu werden, entscheidet er sich nun freiwillig für eine «Karriere nach unten». Wie den Mann aus Nazareth zieht es den Mann aus Assisi zu den Verachteten und Gequälten. Auch im Wechsel seines sozialen Standortes zeigt sich Franzens Radikalität.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


