Hass?
Einer der Vorwürfe, den ich zu hören bekomme. Anlass zur genauen Auslegeordnung. (PS: Das zumindest hat mir der Besuch einer Vorlesungsreihe bei Ingolf Dalferth genutzt.)
Hass ist negative Energie und entleert den/die, der/die da hasst, und ist deshalb zunächst einfach ungesund. Hass verstanden als blanke Wut ist dann auch ethisch und intellektuell eine unlogische und nicht zu Ergebnissen führende Reaktion (Kant: «Affekte, die sich selbst in Ansehung ihres Zwecks schwächen, impotentes animi motus»). Zu sehen etwa beim Golfen: Ich habe das Golfen schon gehasst, aber kurze Zeit später erkannt, dass dieses Gefühl nie zur Verbesserung meines Handicaps beitragen wird!
Jenseits dieser Definition von «Hass» scheint mir die Anwendung des Wortes dann schon fast unangemessen. Ein Beispiel: «Ich hasse Hagebuttentee» meint «Ich mag ihn nicht». «Ich hasse Sendungen wie den Musikanten-Stadl» heisst nicht mehr, als dass ich innerhalb von einer Sekunde denn Zapp-Knopf drücke.
Ernsthaft nun: Hass ist nicht hilfreich, politisch und kirchlich schwierige, ja «hässliche» Situationen zu klären. Der Kampf, der hier nämlich geführt werden muss (der für die ethische Ratio und gegen die neofaschistische Demagogie, der für aufgeklärte Theologie und Religion und gegen den Fundamentalismus), soll mir (uns – hoffentlich!) positive Energie bringen, soll aufstellen, nicht entleeren (Kant: «Affekte, durch welche die Natur die Gesundheit mechanisch befördert». Und dazu zählt der grosse Meister unter anderem das «gutmütige Lachen»).
So lasst uns also gutmütig lachen, Freunde!
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


