Hans Urs von Balthasar
Am 12. August 1905 wurde in Luzern Hans Urs von Balthasar geboren. Selbst nicht unmittelbar am Konzil teilnehmend, gehört sein theologischer Denkweg dennoch zu dessen Vor- und Nachgeschichte.
Am 5. März 1959 schrieb er an Kardinal Döpfner mit dem Dank «für die vielen Zeichen von Vertrauen und Wohlwollen». Offensichtlich ging dem Brief eine Begegnung voraus, in dem u.a. das eben angekündigte Konzil Gegenstand des Gesprächs war. Balthasars Einschätzungen in seinem ausführlichen Brief zeugen – wie so viele Reaktionen aus der Zeit unmittelbar nach der überraschenden Konzilsankündigung – von der Neuheit der Situation, die von grosser Ungewissheit angesichts des weiteren Verlaufs der Ereignisse und Entwicklungen geprägt war. Neben Fragen, die eher Sinn und Prozedere eines Konzils betreffen, verleiht Balthasar auch einer weitreichenden «konzilshermeneutischen» Überzeugung Ausdruck: «Es fehlt uns nicht an dem, was ein Konzil überhaupt leisten kann, sondern am Geiste, d.h. an der rechten Einschätzung und Ehrfurcht vor dem Hl. Geist und den ‹Männern des Geistes› in der Kirche, ohne die (die Männer … und Frauen) es nicht ‹gemacht werden kann› – und ein Konzil kann man eben auch ‹machen›. Aber Heilige nicht. Oder wenigstens nicht auf diese Art, denn auf andere wäre es möglich: Heilige haben immer Heilige erzeugt, geschaffen! Wo gar noch Heiliger Geist und menschlicher Geist sich begegnen, in der parrhesia, im geistigen Amt, da bewegt sich die Welt.»
(mq; Dö 60 f. – für allgemeine Informationen s. auch http://www.balthasar-stiftung.org/)
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