Hans Küng
Theologe im kirchlichen AbseitsHans Küng erhielt kürzlich das Ehrendoktorat einer Uni in Madrid. Aus der Laudatio des Rektors: «Küng ist der am meisten gelesene Theologe unserer Zeit. Er hat Eingang auch in Milieus gefunden, die dem Christentum und der religiösen Thematik feindlich gegenüberstehen. Er ist ein Mann der Klarheiten und der Präzision. Er sucht die Öffentlichkeit, die Agora, das Forum. Als einem Mann des Dialogs gefällt es ihm, sich mit Argumenten und guten Gründen auseinanderzusetzen.» Es ist zum Heulen. Jede andere Institution wäre stolz auf so einen Mann. Unsere Kirche aber weiss nichts Gescheiteres, als sich von ihm abzugrenzen.Gewiss, es gab das berühmte Gespräch von B 16 mit Küng. Und auf einem Podium des dt. Katholikentags in Ulm erlebte ich Kardinal Lehmann und Küng auf einem Podium. Lehmann sprach den früheren Professorenkollegen freundschaftlich mit «Lieber Hans» an.Wir warten aber vergeblich auf versöhnliche Gesten wie sie gegenüber den Piusbrüdern und den rechtsstehenden Anglikanern gemacht wurden. Der Papst sei verpflichtet gewissen, sich hier versöhnlich zu zeigen, meinen seine Fans. Hätte er sich aber mit Küng versöhnt, wären sie die ersten, die plötzlich nicht mehr so ganz papsttreu wären.
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