Walter Ludin

Gugge-Messe und eine «häretische» Kreuzestheologie

«Sogar ordinierte Priester müssen stehen», so begrüsste mich ein ehemaliger Journalistenkollege liebevoll-spöttisch in der überfüllten Luzerner Hofkirche zum Gugge-Gottesdienst.
Höhepunkte der Feier waren die fetzigen Töne der Wäsmeli-Chatze und die in lupenreinem Appenzeller Dialekt gehaltene Reimpredigt von Franz Koller. Mit einem abgegriffenen Wort könnte man die Fasnachtsmesse als «würdig» bezeichnen.
Nicht einverstanden mit einer solchen Wertung sind die – ich wage sie so zu bezeichnen – Häretiker. Bekanntlich wählen diese aus den Glaubenswahrheiten einige aus, die ihnen gefallen. Konkret: Sie nennen die Eucharistie die «unblutige Erneuerung des blutigen Kreuzesopfers». Und dann haben eben frohe Töne nix zu suchen.
Die Rechtgläubigen aber glauben auch daran, dass es hier auch und vor allem um die Feier der Auferstehung geht.
PS. zu den Wäsmeli-Chatzen: Am Schmudo habe ich beim Abendessen erzählt, ich hätte sie in der Stadt fotografiert. Darauf ein älterer Mitbruder: «Wem gehören sie? Ich habe kürzlich im Garten eine verjagt.» Worauf ein anderer Bruder darauf hinwies, dass ich nicht von den vierbeinigen Katzen gesprochen hatte.  
Ein Bericht mit vielen Bildern und dem Text der Appenzöller Predigt unter: http://www.kathluzern.ch/st-leodegar-im-hof/

4. März 2014 | 01:26
von Walter Ludin
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