Griechenland und die billige Grillplatte
Zurück aus KretaOder: Kleiner KlimaschockAls ich gestern um 15 Uhr auf den Flughafen von Iraklion fuhr, zeigte das Thermometer fast 30 Grad. In Zürich landeten wir bei 10 Grad.In den letzten drei Wochen erlebte ich auf Kreta den (Hoch)Sommer: praktisch immer 26 bis 28 Grad, im Süden der Insel sogar um die 30 Grad. Dies ist auch für Kreta aussergewöhnlich. Ich habe es genossen….Betr. Griechenlandkrise: Wenn man Leute, die im Tourismusbereich arbeiten (Wirte, Souvenir-Shopbesitzer usw.) fragt, wie die Saison war, wird überraschenderweise nicht gejammert. Es ist offensichtlich: Kreta blieb weitgehend von der Krise verschont.Wenn man hingegen mit Rentner spricht, erfährt man, was das Sparprogramm bedeutet. Ein Freund beklagte sich, dass ihm in den letzten zwei, drei Jahren die Rente jährlich zwei Mal gekürzt wurde: von gut 700 auf rund 550 Euro: Auch wenn in Griechenland vieles viel billiger ist, lässt sich damit nicht gut leben. Während meinen Ferien las ich, dass Coca Cola Helenic seinen offiziellen Sitz nach Zug verlegt hat; weil dort die Unternehmenssteuern wesentlich tiefer sind. Dem griechischen Staat entgehen damit jährlich nicht wenige Millionen. Zumal 350 weitere Firmen «steuergeflohen» sind … Kein Wunder, wenn die kleinen Leute den Staat austricksen, zum Beispiel die sehr nette Lady, bei der wir vorgestern zu zweit einen reichhaltigen mixed grill gegessen und ein halbes Kilo Retsina getrunken haben (in Griechenland kauft man den Wein nicht liter-, sondern kiloweise…). Das Ganze kostet 14 (!) Euro, sagte mir die Wirtin. Erst später fiel mir auf, dass ich keine schriftliche Rechnung bekommen hatte. Also bekommt der Staat auch keine Mehrwertsteuer ….
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