Walter Ludin

«Gibt es» Gott?

«Ich glaube an einen Gott, den es nicht gibt.» Mit solchen Bekenntnissen macht auch in der Schweiz der niederländische «atheistische» Pastor Klaas Henrike Furore. Sein richtiges Anliegen: den guten alten, über den Wolken schwebenden langbärtigen Gott gibt es nicht. Aber ist Gott wirklich bloss «Etwas», das die Menschen «in Bewegung bringt»?
Eine Antwort fand ich zufällig in einem fast 30jährigen Aufsatz des progressiven Berliner Theologen Helmut Gollwitzer. Er bekennt, er stelle sich Gott nicht vor, auch nicht als eine Person. Doch: «Ich höre durch das Evangelium, dass Gott sich zu mir persönlich verhält, und dass ich mit ihm sprechen darf, dass er mich liebt und dass ich ihn lieben darf.»  
«Golli» (wie der streitbare Theologe von linken Berlinern genannt wurde) zitiert dann den christlich-jüdischen Denker Hans Ehrenberg: «Es gibt überhaupt keinen Begriff von Gott. Der wahre Begriff von Gott ist das Gebet.» (Ich werde wohl mal darüber predigen …) Oder wie Buber meint: «Gott ist das Du, das niemals ein Es wird.» Es lohnt sich darüber nachzudenken.
Gollwitzer fügt eine wichtige Bemerkung hinzu: In Zeichnungen von Kindern, die noch nicht lesen können, kommt Gott nicht in Menschengestalt vor, sondern al Feuerbälle, Lichtstrahlen, bunte Kreise u.. Erst später «lernen» sie von den Erwachsenen Gott als «alten bärtigen Mann» kennen …

17. Juni 2013 | 01:42
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!